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Aus dem Kreisverband 2012
Aktuelles / Archiv Kreisverband

Die Flutkatastrophe 1962:
5 Feldküchen zur  Verpflegung für 1.600 Menschen

16.02.2012 Bericht von Linda Rommel, Öffentlichkeitsarbeit

Es geschah vor 50 Jahren bei Hamburg:
In der Nacht vom 16. Februar auf den 17. 2. 1962 tobt ein riesiger Sturm über Norddeutschland. Um 20.30 Uhr wird die erste Sturmflutwarnung gegeben, doch die Hamburger fühlen sich noch sicher hinter ihren Deichen. Um Mitternacht wird dann die Bevölkerung der Hansestadt durch Sirenengeheul und das Läuten aller Kirchenglocken geweckt. Die Deiche sind geborsten, Autos, Bäume, Tiere und Müll schwimmen in den Fluten. Die Hütten der Kleingartenkolonien tanzen auf dem Wasser. In Hamburg- Wilhelmsburg gibt es den größten Katastrophenalarm seit Kriegsende. Die Menschen retten sich auf Bäume und Hausdächern und warten auf Hilfe. Ein Fünftel von Hamburg steht unter Wasser. Binnen Stunden sind 18.000 Menschen obdachlos. Die Strom- und Wasserversorgung ist unterbrochen und durch die vielen Tierkadaver herrscht Seuchengefahr.

„Wir halten es für selbstverständlich, dass jeder seine Verwandten und seine Freunde aufnimmt, die sich bei ihm melden“, fordert Innensenator Helmut Schmidt alle Bürger auf. Er ist es auch, der den Einsatz von 15.000 Soldaten, Polizisten, Feuerwehrmännern und Freiwilligen organisiert.

Mit von der Partie, im 20-köpfigen Team der DRK-Bereitschaften im Kreisverband Uelzen waren auch Walther Gehlken und Dietrich Purwin aus Bad Bevensen. Ihr persönlicher Einsatzort war für eine Woche Alt- und Neukloster im Süden Hamburgs bei Buxtehude. Sie hatten täglich für 1.600 Hilfskräfte und Notleidende  ein Mittag- und Abendessen in ihren Feldküchen zu kochen. „Wer nicht kochen konnte, musste es lernen und wir bekamen dafür auch Unterricht im Kartoffelschälen“, erinnerte sich Walther Gehlken, damals 27 Jahre alt.

Die Frauen und Männer der DRK-Bereitschaften waren für die Nacht  in den Klassenräumen der Schule vor Ort untergebracht. Dietrich Purwin (damals 24 Jahre alt) erinnert sich noch genau: „ wir selber schwebten bei diesem Einsatz nie in Gefahr, da der Ort nicht vom Wasser bedroht war und  verhungern konnten wir natürlich auch nicht, aber der Anblick der Zerstörungen in Elbnähe war schon grausam!“

Neben dem Dienst in den Feldküchen, bekam die DRK-Bereitschaft Uelzen noch die Aufgabe Hilfsgüter zu verteilen.  Das DRK- Team hatte selber Betten und Kleidungsstücke als Spende dabei und  dann mussten noch zwei LKW-Ladungen mit Bahlsen-Keksen und Gummistiefeln  an die Notleidenden ausgeteilt werden.

„Nach dem Einsatz war ich körperlich kaputt und habe drei Tage gebraucht, um wieder richtig auf die Beine zu kommen“, erinnert sich Purwin. Aber ihr Einsatz hatte sich gelohnt: Ihre Hilfe kam umgehend und sofort; sie standen für den Notfall zur Verfügung; sie blieben eine Woche anstatt, wie ursprünglich geplant,  einen Tag und als Dank bekamen sie ein Jahr später „Die Niedersächsische Flutmedaille“ und eine Urkunde vom damaligen Oberkreisdirektor Dr. Berger überreicht.
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