„Du bist nicht allein..“ säuselt die Stimme von Roy Black durch den gemütlich eingerichteten Raum. Da gibt es Kerzen auf den Tischen, Blumen und diesmal Wäschestücke von anno dazumal, ein altes Bügeleisen und ein Waschbrett, das Geschichten erzählen könnte. Die Geschichten dazu und die Lieder von damals haben die fachkundig ausgebildeten Dementenbetreuer/-innen des DRK-Pflegedienstes bereits vorbereitet. Mehrere Stunden betreuen sie wöchentlich jeder ein bis zwei an Demenz erkrankte Besucher des Erinnerungscafés, damit deren Angehörige ein wenig verschnaufen und diese Zeit für sich selber nutzen können. Diese Auszeit ist für die Angehörigen ganz wichtig und wird von der Pflegeversicherung monatlich – je nach Schwere der Erkrankung – unterstützt mit bis zu 200 €. Aber auch Betroffene, die keine Pflegestufe haben, können auf Antrag ein Unterstützungsgeld bekommen.
Ein Vormittag oder ein Nachmittag im Erinnerungscafé, da werden kleine gymnastische Übungen gemacht oder ein Spaziergang im Park. Entsprechend der Fähigkeiten und Aufmerksamkeiten der Patienten steht ein Wortfindungsspiel auf dem Plan, es wird gesungen, gebastelt, gemalt, Plätzchen werden gebacken oder Marmelade gekocht. Das Team vom DRK-Pflegedienst besitzt grenzenlos viele Ideen, um die Dementen zu fordern, fördern und zu unterhalten. Denn die Verständigung mit einem Patienten ist nur möglich, wenn die Betreuer sich auf die gleiche Kommunikations- und Erlebnisebene wie diese begeben. Der Demente ist zu solch einem Perspektivenwechsel wegen seiner Erkrankung nicht mehr in der Lage. Da werden Brotkrümel mit Kaffee verrührt, da beispielsweise eine Demente einen Kuchen backen will – so wie früher auch immer. Und wenn sie dann gelobt und bestätigt wir: „das wird aber eine schöne Torte, so wie du sie früher auch immer für uns gebacken hast“, dann ist die erkrankte Person glücklich und zufrieden. Wenn sie so spürt, dass ihre Gefühle und Wahrnehmungen ehrlich akzeptieren und nicht abgelehnt werden, dann fühlt sie sich angenommen und aufgefangen. Sie entwickelt auf diese Weise Entspannung und Vertrauen. Ist das gelungen, wird der Zutritt in ihre Welt möglich. So vermittelt das DRK-Team seinen Gästen durch angemessene Begleitung Vertrauen, Sicherheit, Geborgenheit und Schutz.
Das führt dazu, dass die Erinnerungscafé-Besucher sich jede Woche erneut auf das Treffen im DRK-Haus freuen, denn dort finden sie abseits von zuhause „Unsere kleine Welt“, die damals schon Peggy March besungen hatte. Und diese Welten gibt es nicht nur in Uelzen. Auch in Ebstorf, Bad Bevensen und bald in Rosche hat das DRK dieses Betreuungsangebot für ihre Bürger eingerichtet und geht mit ihnen auf die Reise der Erinnerungen.
Weitere Informationen und Termine bekommen Sie unter der Rufnummer 0581/9032-32.